Update: 05.02.2026 Angebot & Grundlagen

Grundlagen

Was versteht man unter TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hatte ihren Ursprung vor mehr als 2000 Jahren in China. Anders als die westliche Medizin, die zumeist analytisch nach einer exakten Diagnose sucht und jede dieser Diagnosen einzeln behandelt, arbeitet die TCM ganzheitlich. Hierbei ist die Ernährung die größte und wichtigste Säule, erst danach folgen Akupunktur, Akupressur, Kräuter, Massagen und Bewegungslehre. Anders, als in der westlichen Medizin, sind Körper, Geist und Seele eine Einheit und werden auch so behandelt. Ein chinesischer Arzt geht daher komplett anders vor, als ein westlicher Mediziner: Er untersucht bestimmte Akupunkturpunkte auf den sogenannten Leitbahnen (Meridianen) auf Druckschmerz und behandelt diese, je nach Fall mit Akupunktur, Akupressur oder auch Wärme (Moxatherapie). Über Zungen - und Pulskontrolle wird das chinesische Diharmoniemuster verfeinert. Eine Zunge kann sich im Laufe der Zeit komplett verändern, das ist auch für die Klienten sehr spannend zu sehen. Die Meridiane oder Leitbahnen sind größenteils den chinesischen Organen zugeordnet und ziehen über den gesamten Körper. Auf ihnen befinden sich Punkte, die bei bestimmten Problemen schmerzhaft sind. Sehr häufig liegen - mitunter jahrelange - Auffälligkeiten oder Schmerzen im Bereich von Akupunkturpunkten oder ziehen regelrecht an Meridianverläufen entlang, z. B. Hautprobleme.

Was hat es mit Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit

und Wind auf sich?

Die TCM betrachtet äußere pathogene (krankmachende) Faktoren, wie Kälte, (Sommer-) Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind, die in die Leitbahnen eindringen und bestehende Probleme verschlechtern können. Typische Beispiele sind Arthroseschmerzen oder Blasenentzündungen bei nasskaltem Wetter oder Herzprobleme bei Hitze. Hier setzt die TCM- Ernährung an, denn es gibt energetisch trocknende, befeuchtende, kühlende und wärmende Nahrungsmittel. Im Gegensatz zur Schulmedizin wird bei der Traditionellen Chinesischen Medizin der gesamte Körper ganzheitlich betrachtet und sie bezieht auch Geist und Seele mit ein. Emotionen können daher bestimmte Disharmonien triggern oder umgekehrt werden durch bestimmte Beschwerden gewisse Emotionen ausgelöst, z. B. entsteht Jähzorn oder ein cholerisches Temperament durch Disharmoniemuster in der Leber. Ängstlichkeit wird den Nieren zugeordet, Sorgen und Trauer der Lunge. Mehr dazu bei den 5 Elementen .

Was hat die Leber mit den Augen zu tun?

Weiterhin ist es in der TCM so, dass sich innere Organe bei Störungen nach außen hin öffnen und so Probleme aus dem inneren des Körpers nach außen hin sichtbar werden. Zum Beispiel öffnet sich die Leber in die Augen oder die Nieren in die Ohren. Das bedeutet sehr vereinfacht gesagt, dass bei Leber- oder Nieren-Disharmonien mit der Zeit auch die Augen oder Ohren Störungen zeigen. Daher ist ein gesundes Gleichgewicht der 5 Elemente so wichtig. Ausführlicheres zu diesem Thema finden Sie unter 5 Elemente . Wichtig   zu   wissen: Etwaige Auffälligkeiten an den Organen nach TCM sind nicht (!) gleichzusetzen mit schulmedizinischen Diagnosen oder Blutbildern! Zeigt die chinesische Niere oder Leber ein Disharmoniemuster, bedeutet das nicht, dass Sie zwangsläufig einen Leber- oder Nierenschaden haben oder bekommen, da die chinesischen Organe nicht eins zu eins auf die westlichen Organe übertragbar sind. Manchmal ist hier auch schulmedizinisch noch keine Auffälligkeit zu sehen, während die TCM bereits eine Stagnation erkennt, was auf jeden Fall positiv zu bewerten ist, denn so kann man schon früh präventiv tätig werden.

Die wichtigsten Begriffe der TCM kurz erklärt

Was ist Qi? Qi ist die „Lebensenergie“ und Grundlage allen Lebens und aller Substanzen im Körper. Dazu gehören z. B. Blut, Körpersäfte und Yin und Yang. Qi schützt vor Krankheit, nährt Organe und Körper. Zur Stärkung des Qi brauchen wir unter anderem qi-reiches Essen und eine gute Verdauung, um es aufnehmen zu können. Natürliche und frisch gekochte Speisen beinhalten mehr Qi als nur aufgetaute, ebenso Nahrungsmittel guter Qualität (Bio, ohne Pestizide etc). Zuckerhaltiges oder minderwertige Qualität raubt sogar Qi. Jing, die Essenz: Gilt als die Wurzel unserer Vitalität, die Grundlage eines langen Lebens. Wir haben eine angeborene und eine erworbene Essenz. Erstere wird zum Zeitpunkt der Zeugung von den Eltern auf das Kind übertragen, sie hat ihren Sitz in der chinesischen Niere. Die zweite kann durch Ernährung beeinflusst und somit der Verbrauch verlangsamt werden. Denn das Jing verbraucht sich im Laufe des Lebens unaufhaltsam - wie ein Rucksack mit einem Loch, den man ständig bei sich trägt und aus dem stetig ein wenig heraustropft. Durch einen gesunden Lebensstil verbraucht es sich langsamer, während ein maßloser, exzessiver Lebensstil die Essenz regelrecht verbrennt. Körpergeist Shen: Steht für den Geist bzw. die Psyche oder auch für die Persönlichkeit bzw. das Bewusstsein. Der Geist Shen wohnt im chinesischen Herz und kann eine Reihe von Pathologien entwickeln, die sich u. a. in Schlafstörungen oder auch psychischen Erkrankungen zeigen können. Xue, das chinesische Blut: Die Blutbildung erfolgt aus chinesischer Sicht durch das Qi, welches mit Hilfe der Milz aus der Nahrung gewonnen wird. Daher besteht häufig zusätzlich ein Blut-Mangel, wenn der Körper einen Qi-Mangel aufweist. Das Blut nährt und befeuchtet, kühlt und beruhigt die Nerven und sorgt somit auch für einen erholsamen Schlaf. Bei Blutmangel drohen Erschöpfung, Nervosität, Unruhe, blasse Schleimhäute, trockene Augen und Haut, brüchige Fingernägel und Haare, Haarausfall, trockener Stuhl, Anämie, Eisenmangel, Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit, Schlafstörungen. Jin Ye, die Körperflüssigkeiten/-säfte: Sie bestehen aus Speichel, Tränen, Schweiß, Gelenkflüssigkeit, Urin und den Verdauungssäften. Diese befeuchten z. B. die Sinnesorgane, schmieren Gelenke und halten die Haut von innen geschmeidig. Bei einem Mangel entsteht Trockenheit: Trockene Haut, Schleimhaut, Haare, Augen, sowie trockener, harter Stuhl, Gelenksprobleme, etc.

Verdauung nach TCM

Im Bauch befindet sich aus Sicht der TCM ein Kochtopf mit kochender Suppe. Der Magen verwandelt die zugeführte Nahrung in diese heiße Suppe. Isst man kalte Nahrung, muß er sie erst erwärmen, ist sie trocken, muß er Feuchtigkeit zuführen. Der aufsteigende Dampf ist das aus der Nahrung gewonnene Qi (Lebensenergie). Ohne Dampf also kein Qi! Der Körper kann dann die Nährstoffe nicht aufnehmen und Mängel entstehen. Durch zu viel Kaltes kühlt die Suppe ab und kann gar nicht mehr dampfen. Nun beginnt der Kreislauf: Kalte Suppe steht im Bauch und entwickelt sich zur pathogenen (krankmachenden) „Feuchtigkeit“, da sie nicht verdampfen kann. Diese wird z. B. eingelagert in Form von Ödemen, Bauchfett, Schleim in der Lunge oder sie zeigt sich auf der Haut als Akne. Alte, eingelagerte Reste können auch wieder verdampfen mit der Zeit, wenn die Nahrung optimiert und die Disharmonie beseitigt wird. Problem von Feuchtigkeit und Schleim: Etwas Feuchtigkeit im Körper ist normal. Ein Zuviel allerdings erstickt das Qi. Feuchtigkeit ist daher zumeist an schweren Erkrankungen beteiligt. Durch Hitze und Stagnation dickt sie ein zu Schleim (TCM: Feuchte Hitze), welcher deutlich schwerer auszuleiten ist als Feuchtigkeit. Schleim und Feuchtigkeit sind z. B. erkennbar als Lipom oder Auswurf beim Husten, aber auch als Arterienverkalkung oder Bluthochdruck, an einer ständig laufenden Nase, Ödemen, Übergewicht, Gelenkschmerzen oder viel Augen- und Ohrenausfluß. Die Milz hat in der TCM eine besondere Bedeutung: Die Milz ist der Ursprung für Qi und Blut (Xue) und steht daher im Mittelpunkt der Verdauung, zusammen mit dem Magen und dem Pankreas. Dabei ist die „chinesische Milz“ nicht eins zu eins anatomisch und medizinisch übertragbar auf die „westliche Milz“. Dies gilt ebenso für alle anderen Organe und das Blut. Milz, Pankreas und Magen sind nach TCM Partner und zuständig für die Verdauung und daher die Basis der Gesundheit. Bei Ungleichgewichten kommt ein Milz-Qi-Mangel am häufigsten vor. Symptome des Qi-Mangels sind z. B. Verdauungsprobleme, weicher Stuhl, Blähungen, Neigung zu Allergien, Unverträglichkeiten, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Aufstoßen, Zahnfleischblutungen, schwache Muskeln, Heißhunger auf Süßes, etc.

Die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln

Dabei geht es nicht um die Temperatur des Essens, sondern um die energetische Eigenschaft. Auch heiße Getränke, wie z. B. Salbeitee, können kühlend wirken. Diese thermische Wirkung kann man in der TCM gezielt nutzen, um z. B. Hitze- Zustände mit kühlenden oder Kälte-Zustände mit wärmenden Lebensmitteln zu beruhigen. Durch Kochen und Verarbeiten ändert sich die thermische Wirkung der Nahrungsmittel. Durch das Kochen werden viele Nahrungsmittel allerdings auch bekömmlicher, denn der Magen liebt es nach TCM warm, saftig und regelmäßig. Zudem sollte nicht dauerhaft über Wochen oder Monate nur stark Erhitzendes oder Kaltmachendes verzehrt werden, da diese Einseitigkeit ebenfalls Disharmonien auslösen kann und Probleme dann plötzlich in die andere Richtung kippen können. Die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln kann beeinflusst werden: „Yinisieren“ = kühler machen durch: in Wasser einlegen oder keimen lassen kühlender bis kalt machen durch: Nahrungsmittel in Kühlschrank oder Tiefkühltruhe aufbewahren Yangisieren = wärmer machen durch: blanchieren, dünsten, garen, kochen, schmoren. Eine Speise gilt auch dann noch als gekocht, wenn sie nach dem Kochen steht und abgekühlt ist. Ausnahme: Aufbewahrung im Kühlschrank/Tiefkühltruhe, dann ist die Thermik kühler. wärmender bis erhitzend machen durch: braten, grillen, rösten oder Scharfes, wie Ingwer, dazugeben. Durch mehrere Verarbeitungsprozesse wird ein Nahrungsmittel ebenfalls „heiß“. Daher sind auch stark verarbeitete Lebensmittel ungünstig bei Hitze-Symptomen.

Was sind Yin & Yang?

Yin & Yang sind gegensätzlich, aber dennoch untrennbar miteinander verbunden. Sie ergänzen sich und bilden eine Einheit. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Beide beinhalten jeweils auch Anteile von ihrem Gegenstück. Dies zeigt auch das obige Symbol Taijitu, welches sowohl in der schwarzen, als auch in der weißen Fläche jeweils einen Punkt des anderen enthält. Yin & Yang stehen außerdem für Harmonie und Gleichgewicht, sowohl körperlich, als auch psychisch. Der Körper beinhaltet also Yin- & Yang-Aspekte, die sich normalerweise gegenseitig im Gleichgewicht halten, bei einem Ungleichgewicht entsteht Krankheit. In der TCM bedeutet dies, wenn im Körper beide vollständig ausgeglichen sind, fühlt man sich sehr harmonisch, im Gleichgewicht, in seiner Mitte, mental und körperlich gesund und kraftvoll, dabei entspannt und in sich ruhend, im Grunde wie "nach einem langen Weg endlich bei sich selbst angekommen". Alle Dinge haben einen Yin & Yang-Aspekt: Der Tag beinhaltet Yin (Nacht) & Yang (Tag), ebenso der zu- und abnehmende Mond, Temperaturen oder auch die Jahreszeiten: Herbst, Winter = Yin und Frühling, Sommer = Yang. Ebenso teilt man den Körper, seine inneren Organe oder auch Krankheiten in Yin & Yang ein. Yin bedeutet ursprünglich „die schattige Seite des Hügels“ und steht u. a. für: das Weibliche, Ruhe, Entspannung, Passivität, Gemächlichkeit, Gemütlichkeit, Sanftheit, Dunkelheit, Kälte, Nässe, das bewahrende / empfangende Prinzip, chronische Krankheiten Yang bedeutet ursprünglich „die sonnige Seite des Hügels“ und steht u. a. für: das Männliche, Bewegung, Anspannung, Aktivität, Schnelligkeit, Härte, Helligkeit, Wärme, Trockenheit, das gebende Prinzip, akute Krankheiten, Fieber

Yin & Yang - Pathologien

Gesundheit besteht, wenn Yin & Yang harmonisch ausgeglichen sind: Ein ständiger Wechsel von Anspannung & Entspannung, ähnlich wie der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Krankheit entsteht, wenn Harmonie und Ausgleich fehlen: Zu viel Ruhe oder Bewegung ist ebenso ungesund, wie zu wenig. Yin & Yang wirken sich auf alle Funktionen des Organismus aus und können dabei in Fülle oder Leere geraten. Daraus können Erkrankungen entstehen, welche je nach Fülle- oder Leeremuster individuell behandelt werden. Ein TCM'ler kann schon alleine am äußeren Erscheinungsbild viel ablesen, ebenso daran, wie jemand sitzt, die Treppe hochgeht, welches Wetter und welche Nahrungsmittel oder Geschmacksrichtungen er bevorzugt, etc. Yang steht für: Körperwärme & Körperkraft Yin steht für: Körpersäfte & Körpersubstanz (Körpermasse/- gewicht) Symptome bei einem Zuviel an Yang: Körperwärme & Aktivität zu stark, aktiver bis hitziger Konstitutionstyp, draufgängerisch hohe Körperkraft & Spannung erhöhte Körpertemperatur zu hoher Stoffwechsel, Neigung zu „Überfunktionen“ Symptome: Wärmeintoleranz, schwitzen, verträgt Hitze schlecht, erhöhte Aktivität/Bewegungsdrang, typischer Extremsportler, schneller Puls, hoher Blutdruck, Verspannungen, großer Hunger/Durst, Unruhe, sehr aktiver Geist, leistungsorientiert, extrovertiert, neigt dazu, sich und andere zu überfordern typischerweise eher Männer betroffen, es gibt aber Ausnahmen zu wenig Yang: fehlende Körperwärme & Aktivität wenig Kraft & Spannung niedriger Stoffwechsel, eher "Unterfunktionen" Symptome: Kälteintoleranz, schnelles Frieren, verträgt Kälte schlecht, wenig Aktivität/Bewegungsdrang, körperl. Schwäche, schwaches Immunsystem, schwacher Kreislauf, wenig Hunger, Verdauungsschwäche, ruhiger Geist, eher intuitiv, abwartend, ausweichend, unauffällig, unsicher zu viel Yin: das Festhaltende/Bewahrende überwiegt, dabei Neigung zu Übergewicht und Wassereinlagerungen/Ödemen gemütlicher Konstitutionstyp Verschlackung, da sich die Säfte stauen, dadurch fehlende Entgiftung (vorallem in den Wechseljahren) das Ruhende ist zu stark, daher fehlende Bewegungslust und Aktivität Symptome: Übergewicht, Diäten helfen kaum, verträgt feuchtes Wetter schlecht, wenig Durst, Wasser wird nach dem Trinken lange nicht ausgeschieden, wenig Appetit vorallem morgens, Geist gemütlich, introvertiert, träge, passiv, konservativ, man kann sich schlecht von Dingen trennen („das kann ich noch gebrauchen“) und schlecht „nein“ sagen typischerweise eher Frauen betroffen, es gibt aber auch Ausnahmen zu wenig Yin: das Bewahrende/Festhaltende fehlt, daher Säftemangel, da Körper sich schwertut Nährstoffe und Flüssigkeiten zu speichern dadurch im Körper zu viel Trockenheit Gewichtsverlust, Probleme zuzunehmen Symptome: Neigung zu Untergewicht, trockenes Wetter wird schlecht vertragen, trockene Haut/Schleimhäute, trockene spröde Haare, Wasser wird nach dem Trinken schnell ausgeschieden, Neigung zu Nervosität/Unruhe, unruhiger Geist, es fehlt das „Sitzfleisch“ Zusätzlich zu den obigen Pathologien gibt es noch weitere „Misch-Formen“, wie zu viel Yang & Yin gleichzeitig, wie es bei Bud Spencer der Fall war: Hohe Körperkraft und gleichzeitig viel Körpermasse, dazu können sämtliche Symptomatiken aus beiden pathologischen Mustern zusammen kommen. Ein anderes Beispiel: Wenn Yin & Yang gleichzeitig in einer Leere sind, also komplett wegbrechen, landet man in einem Burn-out. Daher sollte man zeitnah eingreifen, wenn bereits eines sehr schwach ist! Man kann also sämtliche körperlichen Probleme, Auffälligkeiten und Erkrankungen durch TCM-Muster erklären. Es ist unglaublich spannend, da die TCM auch die Phänomene logisch erklären kann, wo die westliche Medizin an ihre Grenzen stößt und in Erklärungsnot kommt.
Update: 05.02.2026 Angebot & Grundlagen

Grundlagen

Was versteht man

unter TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hatte ihren Ursprung vor mehr als 2000 Jahren in China. Anders als die westliche Medizin, die zumeist analytisch nach einer exakten Diagnose sucht und jede dieser Diagnosen einzeln behandelt, arbeitet die TCM ganzheitlich. Hierbei ist die Ernährung die größte und wichtigste Säule, erst danach folgen Akupunktur, Akupressur, Kräuter, Massagen und Bewegungslehre. Anders, als in der westlichen Medizin, sind Körper, Geist und Seele eine Einheit und werden auch so behandelt. Ein chinesischer Arzt geht daher komplett anders vor, als ein westlicher Mediziner: Er untersucht bestimmte Akupunkturpunkte auf den sogenannten Leitbahnen (Meridianen) auf Druckschmerz und behandelt diese, je nach Fall mit Akupunktur, Akupressur oder auch Wärme (Moxatherapie). Über Zungen - und Pulskontrolle wird das chinesische Diharmoniemuster verfeinert. Eine Zunge kann sich im Laufe der Zeit komplett verändern, das ist auch für die Klienten sehr spannend zu sehen. Die Meridiane oder Leitbahnen sind größenteils den chinesischen Organen zugeordnet und ziehen über den gesamten Körper. Auf ihnen befinden sich Punkte, die bei bestimmten Problemen schmerzhaft sind. Sehr häufig liegen - mitunter jahrelange - Auffälligkeiten oder Schmerzen im Bereich von Akupunkturpunkten oder ziehen regelrecht an Meridianverläufen entlang, z. B. Hautprobleme.

Was hat es mit Kälte,

Hitze, Feuchtigkeit,

Trockenheit und Wind

auf sich?

Die TCM betrachtet äußere pathogene (krankmachende) Faktoren, wie Kälte, (Sommer-) Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind, die in die Leitbahnen eindringen und bestehende Probleme verschlechtern können. Typische Beispiele sind Arthroseschmerzen oder Blasenentzündungen bei nasskaltem Wetter oder Herzprobleme bei Hitze. Hier setzt die TCM- Ernährung an, denn es gibt energetisch trocknende, befeuchtende, kühlende und wärmende Nahrungsmittel. Im Gegensatz zur Schulmedizin wird bei der Traditionellen Chinesischen Medizin der gesamte Körper ganzheitlich betrachtet und sie bezieht auch Geist und Seele mit ein. Emotionen können daher bestimmte Disharmonien triggern oder umgekehrt werden durch bestimmte Beschwerden gewisse Emotionen ausgelöst, z. B. entsteht Jähzorn oder ein cholerisches Temperament durch Disharmoniemuster in der Leber. Ängstlichkeit wird den Nieren zugeordet, Sorgen und Trauer der Lunge. Mehr dazu bei den 5 Elementen .

Was hat die Leber mit

den Augen zu tun?

Weiterhin ist es in der TCM so, dass sich innere Organe bei Störungen nach außen hin öffnen und so Probleme aus dem inneren des Körpers nach außen hin sichtbar werden. Zum Beispiel öffnet sich die Leber in die Augen oder die Nieren in die Ohren. Das bedeutet sehr vereinfacht gesagt, dass bei Leber- oder Nieren-Disharmonien mit der Zeit auch die Augen oder Ohren Störungen zeigen. Daher ist ein gesundes Gleichgewicht der 5 Elemente so wichtig. Ausführlicheres zu diesem Thema finden Sie unter 5 Elemente . Wichtig   zu   wissen: Etwaige Auffälligkeiten an den Organen nach TCM sind nicht (!) gleichzusetzen mit schulmedizinischen Diagnosen oder Blutbildern! Zeigt die chinesische Niere oder Leber ein Disharmoniemuster, bedeutet das nicht, dass Sie zwangsläufig einen Leber- oder Nierenschaden haben oder bekommen, da die chinesischen Organe nicht eins zu eins auf die westlichen Organe übertragbar sind. Manchmal ist hier auch schulmedizinisch noch keine Auffälligkeit zu sehen, während die TCM bereits eine Stagnation erkennt, was auf jeden Fall positiv zu bewerten ist, denn so kann man schon früh präventiv tätig werden.

Die wichtigsten Begriffe der TCM kurz

erklärt

Was ist Qi? Qi ist die „Lebensenergie“ und Grundlage allen Lebens und aller Substanzen im Körper. Dazu gehören z. B. Blut, Körpersäfte und Yin und Yang. Qi schützt vor Krankheit, nährt Organe und Körper. Zur Stärkung des Qi brauchen wir unter anderem qi-reiches Essen und eine gute Verdauung, um es aufnehmen zu können. Natürliche und frisch gekochte Speisen beinhalten mehr Qi als nur aufgetaute, ebenso Nahrungsmittel guter Qualität (Bio, ohne Pestizide etc). Zuckerhaltiges oder minderwertige Qualität raubt sogar Qi. Jing, die Essenz: Gilt als die Wurzel unserer Vitalität, die Grundlage eines langen Lebens. Wir haben eine angeborene und eine erworbene Essenz. Erstere wird zum Zeitpunkt der Zeugung von den Eltern auf das Kind übertragen, sie hat ihren Sitz in der chinesischen Niere. Die zweite kann durch Ernährung beeinflusst und somit der Verbrauch verlangsamt werden. Denn das Jing verbraucht sich im Laufe des Lebens unaufhaltsam - wie ein Rucksack mit einem Loch, den man ständig bei sich trägt und aus dem stetig ein wenig heraustropft. Durch einen gesunden Lebensstil verbraucht es sich langsamer, während ein maßloser, exzessiver Lebensstil die Essenz regelrecht verbrennt. Körpergeist Shen: Steht für den Geist bzw. die Psyche oder auch für die Persönlichkeit bzw. das Bewusstsein. Der Geist Shen wohnt im chinesischen Herz und kann eine Reihe von Pathologien entwickeln, die sich u. a. in Schlafstörungen oder auch psychischen Erkrankungen zeigen können. Xue, das chinesische Blut: Die Blutbildung erfolgt aus chinesischer Sicht durch das Qi, welches mit Hilfe der Milz aus der Nahrung gewonnen wird. Daher besteht häufig zusätzlich ein Blut-Mangel, wenn der Körper einen Qi-Mangel aufweist. Das Blut nährt und befeuchtet, kühlt und beruhigt die Nerven und sorgt somit auch für einen erholsamen Schlaf. Bei Blutmangel drohen Erschöpfung, Nervosität, Unruhe, blasse Schleimhäute, trockene Augen und Haut, brüchige Fingernägel und Haare, Haarausfall, trockener Stuhl, Anämie, Eisenmangel, Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit, Schlafstörungen. Jin Ye, die Körperflüssigkeiten/-säfte: Sie bestehen aus Speichel, Tränen, Schweiß, Gelenkflüssigkeit, Urin und den Verdauungssäften. Diese befeuchten z. B. die Sinnesorgane, schmieren Gelenke und halten die Haut von innen geschmeidig. Bei einem Mangel entsteht Trockenheit: Trockene Haut, Schleimhaut, Haare, Augen, sowie trockener, harter Stuhl, Gelenksprobleme, etc.

Verdauung nach TCM

Im Bauch befindet sich aus Sicht der TCM ein Kochtopf mit kochender Suppe. Der Magen verwandelt die zugeführte Nahrung in diese heiße Suppe. Isst man kalte Nahrung, muß er sie erst erwärmen, ist sie trocken, muß er Feuchtigkeit zuführen. Der aufsteigende Dampf ist das aus der Nahrung gewonnene Qi (Lebensenergie). Ohne Dampf also kein Qi! Der Körper kann dann die Nährstoffe nicht aufnehmen und Mängel entstehen. Durch zu viel Kaltes kühlt die Suppe ab und kann gar nicht mehr dampfen. Nun beginnt der Kreislauf: Kalte Suppe steht im Bauch und entwickelt sich zur pathogenen (krankmachenden) „Feuchtigkeit“, da sie nicht verdampfen kann. Diese wird z. B. eingelagert in Form von Ödemen, Bauchfett, Schleim in der Lunge oder sie zeigt sich auf der Haut als Akne. Alte, eingelagerte Reste können auch wieder verdampfen mit der Zeit, wenn die Nahrung optimiert und die Disharmonie beseitigt wird. Problem von Feuchtigkeit und Schleim: Etwas Feuchtigkeit im Körper ist normal. Ein Zuviel allerdings erstickt das Qi. Feuchtigkeit ist daher zumeist an schweren Erkrankungen beteiligt. Durch Hitze und Stagnation dickt sie ein zu Schleim (TCM: Feuchte Hitze), welcher deutlich schwerer auszuleiten ist als Feuchtigkeit. Schleim und Feuchtigkeit sind z. B. erkennbar als Lipom oder Auswurf beim Husten, aber auch als Arterienverkalkung oder Bluthochdruck, an einer ständig laufenden Nase, Ödemen, Übergewicht, Gelenkschmerzen oder viel Augen- und Ohrenausfluß. Die Milz hat in der TCM eine besondere Bedeutung: Die Milz ist der Ursprung für Qi und Blut (Xue) und steht daher im Mittelpunkt der Verdauung, zusammen mit dem Magen und dem Pankreas. Dabei ist die „chinesische Milz“ nicht eins zu eins anatomisch und medizinisch übertragbar auf die „westliche Milz“. Dies gilt ebenso für alle anderen Organe und das Blut. Milz, Pankreas und Magen sind nach TCM Partner und zuständig für die Verdauung und daher die Basis der Gesundheit. Bei Ungleichgewichten kommt ein Milz-Qi- Mangel am häufigsten vor. Symptome des Qi- Mangels sind z. B. Verdauungsprobleme, weicher Stuhl, Blähungen, Neigung zu Allergien, Unverträglichkeiten, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Aufstoßen, Zahnfleischblutungen, schwache Muskeln, Heißhunger auf Süßes, etc.

Die thermische Wirkung von

Nahrungsmitteln

Dabei geht es nicht um die Temperatur des Essens, sondern um die energetische Eigenschaft. Auch heiße Getränke, wie z. B. Salbeitee, können kühlend wirken. Diese thermische Wirkung kann man in der TCM gezielt nutzen, um z. B. Hitze-Zustände mit kühlenden oder Kälte-Zustände mit wärmenden Lebensmitteln zu beruhigen. Durch Kochen und Verarbeiten ändert sich die thermische Wirkung der Nahrungsmittel. Durch das Kochen werden viele Nahrungsmittel allerdings auch bekömmlicher, denn der Magen liebt es nach TCM warm, saftig und regelmäßig. Zudem sollte nicht dauerhaft über Wochen oder Monate nur stark Erhitzendes oder Kaltmachendes verzehrt werden, da diese Einseitigkeit ebenfalls Disharmonien auslösen kann und Probleme dann plötzlich in die andere Richtung kippen können. Die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln kann beeinflusst werden: „Yinisieren“ = kühler machen durch: in Wasser einlegen oder keimen lassen kühlender bis kalt machen durch: Nahrungsmittel in Kühlschrank oder Tiefkühltruhe aufbewahren Yangisieren = wärmer machen durch: blanchieren, dünsten, garen, kochen, schmoren. Eine Speise gilt auch dann noch als gekocht, wenn sie nach dem Kochen steht und abgekühlt ist. Ausnahme: Aufbewahrung im Kühlschrank/Tiefkühltruhe, dann ist die Thermik kühler. wärmender bis erhitzend machen durch: braten, grillen, rösten oder Scharfes, wie Ingwer, dazugeben. Durch mehrere Verarbeitungsprozesse wird ein Nahrungsmittel ebenfalls „heiß“. Daher sind auch stark verarbeitete Lebensmittel ungünstig bei Hitze-Symptomen.

Was sind Yin & Yang?

Yin & Yang sind gegensätzlich, aber dennoch untrennbar miteinander verbunden. Sie ergänzen sich und bilden eine Einheit. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Beide beinhalten jeweils auch Anteile von ihrem Gegenstück. Dies zeigt auch das obige Symbol Taijitu, welches sowohl in der schwarzen, als auch in der weißen Fläche jeweils einen Punkt des anderen enthält. Yin & Yang stehen außerdem für Harmonie und Gleichgewicht, sowohl körperlich, als auch psychisch. Der Körper beinhaltet also Yin- & Yang-Aspekte, die sich normalerweise gegenseitig im Gleichgewicht halten, bei einem Ungleichgewicht entsteht Krankheit. In der TCM bedeutet dies, wenn im Körper beide vollständig ausgeglichen sind, fühlt man sich sehr harmonisch, im Gleichgewicht, in seiner Mitte, mental und körperlich gesund und kraftvoll, dabei entspannt und in sich ruhend, im Grunde wie "nach einem langen Weg endlich bei sich selbst angekommen". Alle Dinge haben einen Yin & Yang-Aspekt: Der Tag beinhaltet Yin (Nacht) & Yang (Tag), ebenso der zu- und abnehmende Mond, Temperaturen oder auch die Jahreszeiten: Herbst, Winter = Yin und Frühling, Sommer = Yang. Ebenso teilt man den Körper, seine inneren Organe oder auch Krankheiten in Yin & Yang ein. Yin bedeutet ursprünglich „die schattige Seite des Hügels“ und steht u. a. für: das Weibliche, Ruhe, Entspannung, Passivität, Gemächlichkeit, Gemütlichkeit, Sanftheit, Dunkelheit, Kälte, Nässe, das bewahrende / empfangende Prinzip, chronische Krankheiten Yang bedeutet ursprünglich „die sonnige Seite des Hügels“ und steht u. a. für: das Männliche, Bewegung, Anspannung, Aktivität, Schnelligkeit, Härte, Helligkeit, Wärme, Trockenheit, das gebende Prinzip, akute Krankheiten, Fieber

Yin & Yang - Pathologien

Gesundheit besteht, wenn Yin & Yang harmonisch ausgeglichen sind: Ein ständiger Wechsel von Anspannung & Entspannung, ähnlich wie der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Krankheit entsteht, wenn Harmonie und Ausgleich fehlen: Zu viel Ruhe oder Bewegung ist ebenso ungesund, wie zu wenig. Yin & Yang wirken sich auf alle Funktionen des Organismus aus und können dabei in Fülle oder Leere geraten. Daraus können Erkrankungen entstehen, welche je nach Fülle- oder Leeremuster individuell behandelt werden. Ein TCM'ler kann schon alleine am äußeren Erscheinungsbild viel ablesen, ebenso daran, wie jemand sitzt, die Treppe hochgeht, welches Wetter und welche Nahrungsmittel oder Geschmacksrichtungen er bevorzugt, etc. Yang steht für: Körperwärme & Körperkraft Yin steht für: Körpersäfte & Körpersubstanz (Körpermasse/-gewicht) Symptome bei einem Zuviel an Yang: Körperwärme & Aktivität zu stark, aktiver bis hitziger Konstitutionstyp, draufgängerisch hohe Körperkraft & Spannung erhöhte Körpertemperatur zu hoher Stoffwechsel, Neigung zu „Überfunktionen“ Symptome: Wärmeintoleranz, schwitzen, verträgt Hitze schlecht, erhöhte Aktivität/Bewegungsdrang, typischer Extremsportler, schneller Puls, hoher Blutdruck, Verspannungen, großer Hunger/Durst, Unruhe, sehr aktiver Geist, leistungsorientiert, extrovertiert, neigt dazu, sich und andere zu überfordern typischerweise eher Männer betroffen, es gibt aber Ausnahmen zu wenig Yang: fehlende Körperwärme & Aktivität wenig Kraft & Spannung niedriger Stoffwechsel, eher "Unterfunktionen" Symptome: Kälteintoleranz, schnelles Frieren, verträgt Kälte schlecht, wenig Aktivität/Bewegungsdrang, körperl. Schwäche, schwaches Immunsystem, schwacher Kreislauf, wenig Hunger, Verdauungsschwäche, ruhiger Geist, eher intuitiv, abwartend, ausweichend, unauffällig, unsicher zu viel Yin: das Festhaltende/Bewahrende überwiegt, dabei Neigung zu Übergewicht und Wassereinlagerungen/Ödemen gemütlicher Konstitutionstyp Verschlackung, da sich die Säfte stauen, dadurch fehlende Entgiftung (vorallem in den Wechseljahren) das Ruhende ist zu stark, daher fehlende Bewegungslust und Aktivität Symptome: Übergewicht, Diäten helfen kaum, verträgt feuchtes Wetter schlecht, wenig Durst, Wasser wird nach dem Trinken lange nicht ausgeschieden, wenig Appetit vorallem morgens, Geist gemütlich, introvertiert, träge, passiv, konservativ, man kann sich schlecht von Dingen trennen („das kann ich noch gebrauchen“) und schlecht „nein“ sagen typischerweise eher Frauen betroffen, es gibt aber auch Ausnahmen zu wenig Yin: das Bewahrende/Festhaltende fehlt, daher Säftemangel, da Körper sich schwertut Nährstoffe und Flüssigkeiten zu speichern dadurch im Körper zu viel Trockenheit Gewichtsverlust, Probleme zuzunehmen Symptome: Neigung zu Untergewicht, trockenes Wetter wird schlecht vertragen, trockene Haut/Schleimhäute, trockene spröde Haare, Wasser wird nach dem Trinken schnell ausgeschieden, Neigung zu Nervosität/Unruhe, unruhiger Geist, es fehlt das „Sitzfleisch“ Zusätzlich zu den obigen Pathologien gibt es noch weitere „Misch-Formen“, wie zu viel Yang & Yin gleichzeitig, wie es bei Bud Spencer der Fall war: Hohe Körperkraft und gleichzeitig viel Körpermasse, dazu können sämtliche Symptomatiken aus beiden pathologischen Mustern zusammen kommen. Ein anderes Beispiel: Wenn Yin & Yang gleichzeitig in einer Leere sind, also komplett wegbrechen, landet man in einem Burn-out. Daher sollte man zeitnah eingreifen, wenn bereits eines sehr schwach ist! Man kann also sämtliche körperlichen Probleme, Auffälligkeiten und Erkrankungen durch TCM-Muster erklären. Es ist unglaublich spannend, da die TCM auch die Phänomene logisch erklären kann, wo die westliche Medizin an ihre Grenzen stößt und in Erklärungsnot kommt.